Flüchtlingssituation in Bonn

Die Flüchtlingskrise hat auch die Bundesstadt Bonn vor große Herausforderungen gestellt. Derzeit hat die Stadt immer noch etwa 3.000 Flüchtlinge zu betreuen. Die Unterbringung von Flüchtlingen erfolgt zur Zeit ohne die Nutzung von Notunterkünften. Dennoch bleibt die langfristige Schaffung von geeigneten Wohnraum eine wichtige Aufgabe.

Mit der Unterbringung allein ist es jedoch nicht getan. Gerade Flüchtlinge, die aus Kriegsgebieten kommen und bei denen es ungewiss ist, wann und ob sie wieder in ihre Heimatländer zurückkehren, müssen in das gesellschaftliche Leben integriert werden. Hier liegen die großen Herausforderungen der nächsten Monate und Jahre, die insbesondere die Kommunen zu bewältigen haben. Sie müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Flüchtlinge die deutsche Sprache erlernen können, um Bildungs- und Berufsabschlüsse zu erlangen und eine Arbeit zu finden. Durch verschiedene städtische Projekt und ehrenamtliches Engagement könnten in Bonn bereits viele Grundsteine gelegt werden. Hierauf gilt es zukünftig weiter aufzubauen, um den Weg der Integration erfolgreich zu meistern.

Die finanziellen Belastungen, die mit der Integrationsarbeit verbunden sind, dürfen allerdings nicht von den Kommunen alleine getragen werden. So kritisiert die JU Bonn insbesondere das Vorhaben der derzeitigen nordrhein-westfälischen Landesregierung, die vom Bund bereitgestellten Mittel für die Integration nicht eins zu eins an die Kommunen weiterzugeben und stattdessen in der Landeskasse zu verwahren. Ein solches Vorgehen verstärkt die finanziellen Probleme der meisten Städte und Gemeinden und zwingt sie möglicherweise das Geld für die Integration an anderen Ecken einzusparen, was dort wiederrum zu Unzufriedenheit führen wird.

Voraussichtlich wird die Zahl der Flüchtlinge zukünftig weiter steigen. Nach derzeitigen Prognosen könnten auch im kommenden Jahr wieder 1.000 Flüchtlinge nach Bonn kommen. Um die gesellschaftliche Akzeptanz in der Bevölkerung zu bewahren, gilt es die Anliegen der Bürger zu berücksichtigen. So muss unter anderem auf erneute Unterbringungen in Turnhallen verzichtet werden. Gerade die Vereine, die davon betroffen wären, stellen eine wichtige Stütze bei der Integrationsarbeit dar, die es zu erhalten und zu fördern gilt.

Bei der ganzen Thematik darf jedoch auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass nicht jeder in Deutschland bleiben kann. Asylverfahren müssen weiter beschleunigt und Abschiebungen vorangetrieben werden, wenn Asylanträge abgelehnt wurden. Nur wenn eine Bleibeperspektive besteht und der Aufenthaltsstatus geklärt ist, kann der Prozess der Integration auch vollzogen werden.