Kulturlandschaft und „Bonn.Bleibt.Laut!“

Die städtischen Kulturangebote sind heute ein wichtiger Standortfaktor und bilden ein inspirierendes Kraftzentrum für die Stadtgesellschaft. Politik und Verwaltung müssen dafür Sorge tragen, dass auch in Zukunft ein breites und abwechslungsreiches Angebot im Kulturbereich vorhanden ist, welches Menschen mit verschiedenen Interessen anspricht. Mit der Museumsmeile existiert ein herausragendes Angebot, weswegen man den städtischen Kulturbereich aber nicht aus den Augen verlieren sollte.

Im Zuge der in Bonn notwendigen Haushaltskonsolidierung muss auch der Kulturbereich unter die Lupe genommen werden. Das städtische Kulturangebot muss sich wie jeder andere kommunalpolitische Bereich den Anforderungen einer soliden Haushaltspolitik und damit auch eventuellen Sparanstrengungen stellen. Hier darf es keine Tabus geben, da auch die Hochkultur – wie Oper oder Beethovenorchester – einen Teil der Last schultern muss.

In unsere Forderung, das Musikfestival R(h)einkultur wiedereinzuführen, ist zumindest teilweise Bewegung gekommen. Die neuerdings veranstaltete "Rockaue" bietet zwar ein ansehnliches Programm, blieb aber deutlich unter den Besucherzahlen und der Bandbreite des vorherigen Formates. Es wäre wünschenswert, dass Politik und Verwaltung an das Konzept des früheren Festivals wieder vermehrt anknüpfen, welches überregional große Aufmerksamkeit erzeugte und somit auch eine Werbung für unsere Stadt war.

Die Jugendkultur muss verstärkt gefördert werden. Im öffentlichen Raum muss in der Beethovenstadt vor allem Nachwuchstalenten eine Möglichkeit gegeben werden, sich ohne hohen bürokratischen Aufwand zu präsentieren. Bühnen wie am "Alten Zoll" oder an weiteren, auch untypischen Orten wie bei "JazzTube" müssen freigegeben werden.

Daneben steht die JU Bonn weiterhin zu ihrer Forderung „Bonn.Bleibt.Laut!“. Zu Kulturveranstaltungen gehört es, dass sie nicht zwangsläufig um 22:00 Uhr beendet werden müssen. Gerade in einer Großstadt wie Bonn gehört es zum Image als lebenswerte Stadt, dass Musik an öffentlichen Plätzen nicht nur an wenigen Tagen im Jahr präsent ist. Klagedrohungen Einzelner dürfen nicht dazu führen, dass Formate wie die Klangwelle aus Bonn verschwinden. Die städtische Verwaltung muss hier die Möglichkeiten, die das Landesimmissionsschutzgesetz und die Freizeitrichtlinie NRW bereits jetzt enthalten, ausschöpfen. Im Übrigen fordert die JU Bonn, den gesetzlichen Rahmen für Großveranstaltungen in Innenstädten nach 22:00 Uhr zu erweitern und so den Weg für regelmäßige kulturelle Events zu ebnen.