Verkehrssituation in Bonn

Die Verkehrssituation in Bonn wird neben den vielen Verkehrsteilnehmern innerhalb Bonns durch etwa 120.000 Berufstätige geprägt, die täglich zwischen Bonn und dem Umland hin- und herpendeln. Dies führt dazu, dass viele Bürger, insbesondere aber auch die über 30.000 Studenten, auf eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur angewiesen sind. Daher ist es für Bonn unerlässlich, gerade auch vor dem Hintergrund Politik- und UN-Standort mit internationalem Konferenzzentrum und Heimat von zwei DAX-Konzernen zu sein, ein kluges Gesamtkonzept sowohl für Auto- und Fahrradfahrer als auch für Nutzer des ÖPNV anbieten zu können.

Eine Studie hat gezeigt, dass Bonn im bundesdeutschen Stauranking auf Platz 7 liegt, 42 Stunden im Jahr steht ein durchschnittlicher Autofahrer hier im Stau. Dies kostet die Menschen und die Wirtschaft nicht nur wertvolle Zeit, sondern reduziert auch die Lebensqualität. Die JU Bonn sieht daher massiven Handlungsbedarf!

SPD und Grüne fordern in vielen Großstädten (u.a. auch in Bonn) mehr Tempo-30-Zonen zur Reduzierung des Verkehrslärmes. Aus Sicht der JU Bonn kann eine solche Maßnahme die Verkehrsprobleme in Bonn nicht lösen, ja sogar im Gegenteil zu mehr Staus und zu einer Verringerung der Lebensqualität führen. Die JU Bonn lehnt daher eine Ausweitung der Tempo-30-Zonen ab!

Die JU Bonn begrüßt für die Entlastung der Bonner Rheinbrücken die Hochstufung der geplanten Rheinbrücke zwischen Wesseling und Niederkassel in die Kategorie des vordringlichen Bedarfs im neuen Bundesverkehrswegeplan als wichtiges Signal für die Region. Des Weiteren sieht es die JU Bonn als notwendig an, die Südbrücke, sei es auch kurzfristig nur durch eine bessere Beschilderung, angemessen an die A3 Richtung Frankfurt anzuschließen. Es ist ein Fehler, dass der Bundesverkehrswegeplan den Ennertaufstieg und den Tunnel durch den Venusberg lediglich in die Kategorie des „weiteren Bedarfs mit Planungsrecht“ einstuft. Dies zwei Bauvorhaben würden eine spürbare Entlastung des regionalen und innerstädtischen Verkehrs gewährleisten. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, fordert die JU Bonn daher wie bei allen anderen Projekten eine angemessene Beteiligung der betroffenen Bürger sowie die Berücksichtigung von Natur- und Lärmschutzmaßnahmen. Für die Realisierung dieser Projekte ist es zwingend notwendig, dass die Region geschlossen auftritt. Des Weiteren fordert die JU Bonn über alternative Maßnahmen zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs wie z.B. eine Wiederbelebung der Idee des Reuterstraßentunnels nachzudenken.

Die JU Bonn begrüßt es außerdem, die Machbarkeit einer Seilbahn auf den Venusberg weiterhin zu prüfen. Eine Seilbahn könnte eine sinnvolle Alternative zur Entlastung des Individualverkehrs darstellen. Allerdings darf der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zwischen Kosten und dem wirklichen Nutzen nicht außer Acht gelassen werden und es bedarf auch hier einer Abwägung aller widerstreitenden Interessen.

Für die kommenden notwendigen Sanierungen der Bonner Rheinbrücken und des „Tausendfüßlers“ bedarf es eines klugen Gesamtkonzepts, um diese schnell durchzuführen und um ein drohendes Verkehrschaos zu vermeiden.

Die JU Bonn begrüßt das mit den Planungen des Projektes „Fahrradhauptstadt 2020“ verbundene Ziel, Bonn für Fahrradfahrer attraktiver zu gestalten, ausdrücklich. Hierzu gehört insbesondere ein bedarfsgerechter Ausbau des Radwegenetzes, um die verschiedenen Standorte der Universität und die verschiedenen Stadtteile besser miteinander zu verbinden. Ob Fahrradstraßen einen sinnvollen Beitrag zu diesem Ziel leisten können, muss sich in Zukunft noch erweisen. Dazu ist es auch sinnvoll, weitere und bessere Möglichkeiten zur Querung der Bahnlinie zu schaffen.

Der ÖPNV ist gerade für junge Menschen und zur Entlastung des Individualverkehrs von enormer Bedeutung. Die JU Bonn fordert daher eine gute und kostengünstige Anbindung aller Stadtteile und Kölns an die Bonner Innenstadt zu allen Tag- und Nachtzeiten. Des Weiteren bedarf es einer zügigen Umsetzung des Ausbaus der S13 von Troisdorf nach Bonn-Oberkassel und der damit verbesserten Anbindung des Köln/Bonner Flughafens.

Täglich benutzten immer mehr Menschen bei nationalen sowie internationalen Fahrten das sich ständig erweiternde Netz der Fernbusse. Die Bonner Fernbushaltestelle, die sich zurzeit an der Museumsmeile befindet, liegt laut Umfragen deutschlandweit weit unter dem Qualitätsdurchschnitt. Die Haltestelle besitzt weder Sitzmöglichkeiten noch eine Überdachung, Kioske, Toiletten oder eine angemessene Beschilderung zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, was in anderen Städten deutlich besser geregelt ist. Dies macht die Anreise in die Stadt Bonn mit dem Fernbus unattraktiv. Deshalb fordert die JU Bonn die Einrichtung einer Fernbushaltestelle. Diese sollte attraktiv mit wettergeschütztem Wartebereich mit Toilette und Verpflegung ausgestattet und schnell an das ÖPNV-Netz angebunden sein.

Die Einrichtung eines Park&Ride-Systems für das Bonner Stadtgebiet nach dem Vorbild von Köln-Weiden West als Verknüpfungspunkt zwischen Autobahn und ÖPNV z.B. in Ramersdorf oder Roisdorf sieht die JU Bonn als zielführend für eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs an. Wie bei vielen anderen Verkehrsprojekten ist auch hier eine enge Zusammenarbeit mit dem Rhein-Sieg-Kreis unerlässlich.

Schließlich müssen die sich durch die wachsende Digitalisierung ergebenen Möglichkeiten genutzt werden. So setzt sich die JU Bonn dafür ein, dass im städtischen Bereich die Rahmenbedingungen geschaffen werden, zukünftig sein Parkticket auf kostenpflichtigen Parkplätzen mobil über das Smartphone erwerben und verwalten zu können.