Internationaler Standort Bonn

Das Profil des Politikstandorts Bonn muss weiterhin schwerpunktmäßig auf die Themen Internationales und globale Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Dazu muss die Vernetzung der in Bonn ansässigen Organisationen und Verbände mit der Verwaltung und der Wirtschaft weiter ausgebaut werden.
Der Bau des internationalen Konferenzzentrums WCCB war ein wichtiges Signal für die Ausgestaltung des internationalen Profils Bonns. Dies und die Präsenz der UN in Bonn stellen ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Region im Wettbewerb mit anderen Standorten dar. Dieses darf auf keinen Fall gefährdet werden. Vielmehr solle die Ansiedlung weiterer UN-Einrichtungen und internationaler Organisationen mit möglichst vielen Mitarbeitern in Bonn gefördert und aktiv beworben werden, damit sich der internationale Standort dauerhaft etabliert. Die Stadtverwaltung ist angehalten, den Ausbau des internationalen Profils Bonns stärker zu priorisieren und sich auf internationalen Messen, auch außerhalb Europas, zu präsentieren. Durch die Ausrichtung der UN-Klimakonferenz im Jahr 2017 konnte Bonn große internationale Aufmerksamkeit erlangen. Mit dem Sitz des UN-Klimasekretariats mit über 500 Mitarbeitern in Bonn spricht vieles dafür, die Konferenz häufiger in Bonn stattfinden zu lassen. Bonn sollte zur Steigerung seiner Bekanntheit auch offiziell den Titel „UN-Stadt“ erhalten und der Oberbürgermeister wird aufgefordert, sich verstärkt hierfür einzusetzen.
Bei alldem dürfen aber die Belange der Menschen nicht in den Hintergrund treten. Die Einrichtung des neuen DB-Haltepunktes „Bonn UN-Campus“ ist bereits ein wichtiger Schritt, um die UN im Stadtbild wahrnehmbar und den Campus für die UN-Mitarbeiter und Gäste besser erreichbar zu machen. Dies kann aber nicht die einzige Maßnahme bleiben. Um unsere Stadt für die aus dem Ausland zugezogenen Mitarbeiter und ihre Familien attraktiver zu machen, sollte etwa das internationale Kindergarten- und Schulangebot ausgebaut werden.
Nicht zuletzt sollte auch die Bonner Stadtbevölkerung die UN besser kennen lernen können. Hierfür genügt eine eintägige Veranstaltung auf dem Marktplatz am Tag der Vereinten Nationen keinesfalls. Was uns bislang fehlt, ist beispielsweise ein Anlaufpunkt der UN für Interessierte, ähnlich der Vertretung der EU-Kommission am Bertha-von-Suttner-Platz, in dem die Bonner sich über die Arbeit der UN-Einrichtungen, aber auch zum Beispiel über Job- und Praktika-Möglichkeiten bei den UN informieren können. Die Stadtverwaltung fordern wir auf, ein Konzept für ein „Haus der Politik“ im Stadtzentrum vorzulegen, in welchem unter einem Dach neben einer neuen UN-Vertretung und der Vertretung der EU-Kommission auch Informationsbüros etwa der Bundesregierung oder des Bundestags sowie die Bundeszentrale für Politische Bildung untergebracht werden sollten. Platz hierfür ließe sich etwa in einem neugestalteten Viktoriakarree finden.