Schaffung einer effizienten Verwaltungsstruktur und eines bürgernahen Bürgerdienstes

Mit Blick auf die Kostenexplosion bei städtischen Großbauprojekten der jüngsten Zeit fordert die JU Bonn den Ausbau des städtischen Controllings, um die Missstände der Verwaltung von innen heraus zu erkennen und zu beseitigen. Die JU Bonn begrüßt die Idee einer zukünftigen Aufteilung der Aufgabenbereiche des Städtischen Gebäudemanagements (SGB) in "Neubau", "Bauunterhaltung und Technik", sowie "Großprojekte". Gerade letzterer Bereich der "Großprojekte" ist das große Problemkind und Kostenfaktor in unserer Stadt. Das SGB hat zu unserem großen Bedauern in den letzten Jahren bewiesen, dass es mit großen infrastrukturellen Baumaßnahmen überfordert ist. Angesichts der schwierigen Arbeitsmarktsituation sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Betreuung von Großbauprojekten in Zukunft an private Dienstleister zu vergeben. Durch die Verkleinerung der Aufgabenbereiche des SGBs können dann auch Stellen eingespart werden.
In der heutigen Zeit gewinnt der Ausbau der digitalen Infrastruktur immer mehr an Bedeutung. Auch in der städtischen Verwaltung müssen die sich hieraus bietenden Möglichkeiten genutzt und der Prozess der Digitalisierung vorangetrieben werden. Durch die Schaffung zentraler Datenbanken können die Mitarbeiter je nach Zugriffsberechtigung auf die erforderlichen Daten zurückgreifen, ohne dass es der entsprechenden Akten in Papierform bedarf. Neben dem Rückgang von Aktenbergen entfallen auch Wartezeiten, wenn die erforderlichen Unterlagen gerade anderweitig in Gebrauch sind. Darüber hinaus können so bei Bedarf mit entsprechenden Arbeitslaptops Möglichkeiten zum Home-Office geschaffen werden.
Des Weiteren muss die Entwicklung der zunehmenden Digitalisierung auch im Bereich des Bürgerservices vorangetrieben werden. Die Stadtverwaltung muss für ihre Bürger schnell und gut erreichbar sein. Viele Angelegenheiten sollten – wenn gewünscht – online abgewickelt werden können, so dass eine Vorsprache mit Termin in einem Rathaus oder Amt nicht notwendig ist. Bürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder denen eine Abwicklung ihrer Angelegenheit online nicht möglich ist, sollen durch einen „Besuchsdienst“ die Möglichkeit der Vorsprache haben. Die JU Bonn begrüßt daher, dass der Onlineservice der städtischen Verwaltung im Rahmen der derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten ausgebaut wird und sogenannte Bürgerterminals der Stadt eingerichtet werden. Letztere sind vor allem dem Verein “buergerservice.org” und der JU Bonn zu verdanken, die gemeinsam lange Zeit für dessen Einrichtung geworben und Testmöglichkeiten mit der Bevölkerung begleitet haben.